In die Welt „gewürfelt“ wurde sie am 9. April 1999 auf der Fahrt zum Tierarzt, nachts, um kurz nach zwölf.
Ihre Geburt ging dann doch plötzlich so schnell, wir hörten ihre Mutter Polka schmatzen und lecken,
dann ein Pieps von einer, wie ich sehr genau sehen konnte, schwarzmarkenfarbenen Hündin!
Den Tierarztbesuch konnten wir uns schenken, es ging dann in der Welpenkiste munter weiter mit
7 sm Rüden und noch 2 Hündinnen, die blond waren und als letzte auf die Welt kamen.

Sollte diese Maus nur für uns geboren sein? Ja! Das zeigte sie ganz deutlich, als am 3. Tag die Wurfabnahme
stattfand, die meisten Welpen krakeelten in unseren Händen – weit weg von der Wurfkiste – die ganze Zeit rum.
Diese Maus nicht, sie kringelte sich gemütlich in Jans Hände und schlief weiter!
Wie soll sie heißen? 
W-Wurf zur Bärenschlucht, 5 weiße Punkte auf der Brust, besondere Geburt: Würfel natürlich!
Der Name ist Programm.
Die ersten 8 Wochen, bei ihrer Züchterin, war Würfel ein lustiger, spielfreudiger, sehr verschmuster, nicht
sonderlich verfressener Welpe. Sie hatte sich von den 7 Brüdern einen Lieblingsbruder ausgesucht, das war Wiesel.
(Wer spielt schon mit Walzer oder Wodka – so hießen immerhin zwei ihrer vielen Brüder!)

Unsere Würfi ist am 10. Juni 2011 um 19 Uhr über die Regenbogenbrücke gegangen.

Es änderte sich bei uns zu Hause auch schlagartig ihr Fressverhalten. War sie doch die ersten 8 Wochen eher etwas
mäkelig im Fressen, so inhalierte sie ab jetzt ihr Futter und hatte immer Hunger!
Es änderte sich auch schlagartig ihr Spielverhalten: Bälle sind nicht zum Bringen, sondern zum Angeben da!
Die Ball-tauschen-gegen-Leckerlie-Phase funktionierte auch nur ein paar Wochen, dann haben wir die Ball-tauschen-
gegen-anderen-Ball-Phase begonnen, mit dem Resultat, dass Würfel auch bis zu drei Bälle gleichzeitig tragen konnte.
Ich habe dann Bälle nur noch mit einem Band dran gekauft, man weiß ja nie! Mit 1 1/2 Jahren hörte das ebenso
schlagartig auf und Würfel brachte begeistert jede Art von Spielzeug immer wieder zurück, und wenn gerade nichts
Greifbares für sie da war, dann brachte sie auch dänische Rebhühner.
Wir begannen mit der Hühnerdesensibilisierung bei unserem Nachbarn und mit der Hasendesensibilisierung am
Karnickelstall vom Tierarzt. Bei deren jeweiligen Tieren hat es geklappt…!

Schmusen wollte sie auch plötzlich mit 10 Wochen nicht mehr, das ist etwas für Weicheier,Würfels Nebenjob war
Hackenbeißer (Vorzugsweise meine Hacken). Später schmuste sie zum Glück wieder sehr gerne und viel.

Mit 11 Wochen hat sie ihr Seepferdchen gemacht, nachdem sie mit 9 Wochen zwei Mal in den Teich gefallen war,
das war eben nur das Üben! Würfel liebte das Wasser über alles, egal ob Bach, Teich, Fluss oder die hohen
Nordseewellen, immer am liebsten mit Bauchklatscher rein, auch im Winter.

In der Welpenschule war sie die Streberin schlechthin:
Überall durch, rauf oder drunter durch, mit den anderen Welpen herrlich gespielt, vorbildlich war ihr Zu-mir-kommen,
akustische und optische „Spiele“, alles kein Problem.
Auf ihrer ersten Ausstellung wurde sie als sehr vielversprechende Hündin mit einem wunderschönen Gangwerk und
einem sehr freundlichen Wesen beurteilt.
Würfel wurde auf jeder ihrer 9 Ausstellungen platziert, war „Clubjugendchampion”, 2-mal „BOB” (Best of Breed =
schönster Hund - also von Rüden UND Hündinnen - der Schau) und 4-mal „Schönste Hündin der Schau”.
Sie hat einige Prüfungen mit mir bestanden, das Liebste waren ihr die Fährten- und später die Stöberprüfungen.
Immer wieder wurden ihre Persönlichkeit, ihre Beharrlichkeit und ihre Ausstrahlung gelobt.
Würfel entwickelte sich zu einer sehr spielfreudigen, sehr verfressenen und sehr verschmusten Hündin mit einer in
jeder Hinsicht wirkungsvollen Persönlichkeit.

Würfel hat schon mit 6 Wochen begeistert
Bälle apportiert. Das änderte sich schlagartig,
als sie mit der 9. Woche bei uns einzog.
Schon die Fahrt in unser Zuhause war alles
andere als: „Endlich haben wir sie für uns alleine.“
Würfel schrie während der ganzen einstündigen
Heimfahrt und wollte unbedingt aus diesem
Auto raus. Wir haben drei Mal angehalten,
vielleicht muss das Kind ja doch noch einmal.

Das ging die nächsten Wochen so weiter, egal
ob ganz kurze oder lange Fahrt, Würfel schrie
und schrie und hörte schlagartig damit auf,
als sie13 Wochen alt war. Von da an liebte sie
das Autofahren, egal mit welchem Auto, egal
wohin, sie wollte immer gerne mit.

Würfel hat uns mit ihren 5 Würfen 32 wunderbare Welpen geschenkt, mittlerweile hat sie 39 Enkelkinder und
19 Urenkel. Sie war eine sehr instinktsichere, fürsorgliche und liebevolle Mutter.
Von und mit ihr haben wir sehr viel über Welpenerziehung gelernt – alles das, was man nie in Zuchtbüchern liest!
Wir haben auch gelernt, dass es sehr wohl noch Hündinnen gibt, die ihren Welpen etwas vorwürgen.
Würfel hat uns oft ganz klar angezeigt, welche potenziellen Welpenbesitzer sie für ungeeignet hielt.
Wir haben auf sie gehört!
Wir durften mit ihr das Wunder der Geburt erleben und sie um die Einheit und Verbundenheit zu ihren Welpen beneiden.

Als ihre Tochter - unsere Ekke - Welpen bekam, war sie eine ganz tolle Oma und hat Ekke bei der Erziehung der
Welpen unterstützt, war aber viel großzügiger mit den Kleinen als bei ihren Kindern.
Omas halt, da hat man ja auch früher immer beim Spielen gewonnen.

Würfel war bis ins hohe Alter nie krank, abgesehen von einem Loch im Auge mit 5 Monaten: In Dänemark wollte
sie selber Hagebutten pflücken. Abgesehen von einer abgebrochenen Kralle: Wenn eine Katze über eine
Zweimetermauer kann, dann kann sie das auch!   
Mit 10 Jahren bekam sie „Beulen“ am Rücken und am Hals. Die eine wurde faustgroß und sie musste operiert werden.
Es waren gutartige Tumore, wir waren erleichtert und Würfi erholte sich ganz schnell von dem Eingriff.

Mit 12 Jahren räumte sie auf ihrer letzten Schau in Auenheim noch einmal alles ab, sie spielte ein letztes Mal
unsere Queen Mum. Sie stand vor großem Publikum im Mittelpunkt und das hat sie sehr genossen.
Am Sonntag war ja die Schau und schon am Samstag wollte sie immer dorthin, wo geklatscht wurde, sie wollte
sich im wahrsten Sinne zur Schau stellen.
Diese Persönlichkeit hat Würfel von Anfang an mitgebracht. Es ist so schön, dass sie das noch einmal ausleben
durfte. Es war so schön, dass sich so viele mit uns gefreut haben und mit uns vor Freude geweint haben.

Wir konnten uns nie ein Leben ohne unsere Große vorstellen, jetzt müssen wir es lernen.

Unsere Würfel ist mit 12 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen.
Würfel hatte plötzlich eine Kehlkopflähmung. So schnell wie sie auf die Welt gekommen ist, so schnell wollte sie
diese wieder verlassen. Ein Nicht-mehr-mitlaufen-können, ein Nicht-mehr-mitspielen-können,
ein Nicht-mehr-richtig-können, ein Richtig-altwerden, ohne alles kontrollieren zu können, das wollte sie wohl nicht.

Für uns war sie von Anfang an etwas ganz Besonderes,
und allmählich wurde der Wunsch laut, mit dieser
wunderbaren Hündin zu züchten.
Als alle Voraussetzungen erfüllt waren und es dann
soweit war, meinte der Rüdenbesitzer, wir könnten
uns auf der Wiese bei ihm treffen…
Wiese? Ball-Spielen?
Für einen kurzen Moment habe ich gedacht, dass
Würfel, mein Balljunkie, die jeden Hund für ihren
Ball links liegen lässt….
Aber nein, instinktsicher wie sie war, hat sie genau
gewusst, was zu tun ist.
Sollte ich noch erwähnen, dass sie nach ihrer ersten
Hochzeit den Fußball von Adson (ihrem ersten Mann)
mit ins Auto getragen hat?
Nennen wir es doch das Brautgeschenk.
Ich glaube, von da an wusste sie, dass man mit
Rüden alles machen darf!
Sie hatte da schon so einige Tricks auf Lager.

Eines Tages wird der Tag kommen, an dem wir uns wiedersehen.

Wir vermissen dich so sehr.

Bärbel und Jan Oldehus
mit Ekke und Greetje

NACHRUF • WÜRFEL zur Bärenschlucht 1999-2011
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